Schlagwort-Archive: Zugang zu Bildung

Bildung in Palästina

Yanoun ist ein kleines Dorf südlich von Nablus, mit etwa 80 EinwohnerInnen. Hala, eine Yanouni, ist die Tochter von Yassir und Wasfia. Sie hat einen Abschluss von der Nablus Universität in angewandter Chemie. Ihr älterer Bruder ist Ingenieur und arbeitet in Riad. Ihr jüngerer Bruder studiert an derselben Universität Informatik und der Jüngste der Familie beginnt diesen Herbst sein Studium. Die Familie lebt von der Landwirtschaft, sie hat eine kleine Schafherde, ein paar Hühner und ein Stück Land mit Olivenbäumen. Bildung ist wichtig. Die Chancen, nach dem Studium eine Arbeit zu finden, sind gering. Hala sucht bereits seit zehn Monaten eine Stelle. Derweil produziert sie Seife und Cremes im Haus ihrer Familie.

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Ressistance through Art – Besuch im Jenin Friedenstheater

 

Kultur ist ein wunderbares Kommunikationsmittel um Menschen zu bewegen, zu motivieren sich gesellschafts-politisch zu engagieren. Dies habe ich während meinem langjährigen Engagement persönlich erfahren. Deshalb wollte ich während meinem Einsatz in Palästina/Israel unbedingt das Friedenstheater in Jenin, nördlich von Nablus besuchen.

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Hebron: „Access to education“ – „Freier Zugang zu Bildung“

Hebron ist mit ca. 200‘000 Einwohnerinnen und Einwohnern die grösste Stadt in der Westbank und die Hauptstadt des Gouvernements Hebron. Die Stadt liegt auf 930 m.ü.M. und befindet sich ca. 30 km südlich von Jerusalem. Israelische Siedlungen sind in der Westbank in der Regel um die palästinensischen Städte herum gebaut. Hebron ist die Ausnahme, hier befinden sich solche ausserhalb, aber auch mitten in der Stadt.

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Ein ganz normaler Morgen am Checkpoint

Checkpoint Qalandiya zwischen Ost-Jerusalem und Ramallah: Mit müden Augen von der frühen Tagwache um halb vier zähle ich die Menschen, die durch das schwere Metalldrehkreuz aus dem Dunkeln des Checkpoints treten. Mehr als 2000 werden bis um halb acht vorbeiströmen. Verschlafen binden sich die Männer ihre Gurte um, die sie im Checkpoint abziehen mussten. Die Kontrollen am Checkpoint erinnern an Flughafenkontrollen – mit dem Unterschied, dass die Menschen hier dieses zeitraubende Prozedere täglich absolvieren und der Ausbau des Checkpoints einem Gefängnis gleicht. Viele erwidern mein „sabah al-khair“ erfreut mit einem „good morning“ und machen sich für die Weiterfahrt auf zu den Bussen, meistens zur Arbeit.

Männer auf dem Weg zur Arbeit in Qalandiya ©EAPPI/2015
Männer auf dem Weg zur Arbeit am Ausgang des Checkpoints Qalandiya ©EAPPI/2015

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Israels Armee schützt Palästinas Kinder vor Israels Siedlern

Siedler wird von Soldaten weggeleitet. Kinder sind im Aufruhr
Siedler wird von Soldaten weggeleitet. Kinder sind im Aufruhr ©Marcus/EAPPI/2015

Gewalt gegen Kinder in der Westbank ist unerträglich. Und jeder einzelne Vorfall aus Medienberichten ist unerträglich.

Das palästinensische Mädchen Rasha, 8, aus Khirbet Al-Kharoubi wird am 25. April 2014 von Siedlern des berüchtigten Aussenpostens Havet Ma’on schwer am Kopf verletzt.

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Südliches Westjordanland

In dieser Region führt die Ausdehnung israelischer Siedlungen dazu, dass Bauern- und Hirtenfamilien Zugang zu immer weniger Land haben. Dieses wird zum Teil enteignet, zum Teil verhindert Gewalt von SielderInnen, dass Bauern ihr Land kultivieren können. viele Dörfer sind von Hauszerstörungen betroffen. Weil die palästinensischen Ortschaften unter israelischer Planungshoheit stehen, haben die DorfbewohnerInnen kaum Chancen, eine Baubewilligung zu erhalten.

Hebron ist die einzige Stadt im Westjordanland, in der israelische Siedlungen direkt im Stadtgebiet liegen. Deshalb wurde sie 1997 im Hebron-Protokoll zweigeteilt und das Gebiet, in dem sich die Siedlungen befinden, unter israelische Kontrolle gestellt. Dies führt zu erheblichen Einschränkungen für die palästinensische Bevölkerung und zu täglichen Übergriffen auf PalästinenserInnen, die in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Siedlungen leben. Arbeitsschwerpunkt des EAPPI-Teams in Hebron ist die Begleitung von SchülerInnen auf ihrem Weg zur Schule durch militärische Checkpoints und und der Schutz vor Übergriffen von SiedlerInnen und deren Kinder.

Hebron - Kassem
Kinder auf der Weg zur Schule beim Passieren eines Checkpoints. © EAPPI 2014

Bethlehem liegt nur wenige Kilometer von Jerusalem entfernt, ist jedoch durch den Bau der israelischen Sperranlage durch eine Mauer davon abgeriegelt. Die EinwohnerInnen können sich nicht mehr frei nach Jerusalem bewegen, etwa um dort zu arbeiten. Aufgrund der angespannten politischen Situation der letzten Jahre und des Baus der Sperranlage halten sich nur wenige Touristen länger in Bethlehem auf, was dazu führt, dass eine der Haupteinnahmequellen der Stadt verloren ging. Die Aufgabe des EAPPI-Teams besteht in der Beobachtung des Checkpoints und im Sammeln von statistischen Daten. Sie begleiten die BewohnerInnen der umliegenden Dörfern bei ihren Aktionen gegen Hauszerstörungen durch die israelische Armee oder bei gewaltfreien Demonstrationen gegen die israelische Sperranlage.

Die Region South Hebron Hills ist fast ausschliesslich als «Area C» deklariert, d.h., es wird vollständig von Israel kontrolliert. Zudem befinden sich mehrere militärische Sperrzonen und Übungsgelände in diesem Gebiet. Dies schränkt die ansässige palästinensische Bevölkerung in ihrer Bewegungsfreiheit und in ihren Landnutzungs-
rechten stark ein. Regelmässig kommt es zu Zerstörungen von Häuern, Zisternen oder gar Zelten durch die israelische Armee. Auch gewaltsamen Übergriffen durch Siedler ist die Bevölkerung praktisch schutzlos ausgesetzt. Das EAPPI-Team gewährleistet Präsenz und dokumentiert Fälle von Übergriffen und Menschenrechtsverletzungen seitens israelischer SiedlerInnen. Teils in Zusammenarbeit mit israelischen Friedensorganisationen oder dem UNO-Hochkommissariat für Menschenrechte.